Auf den Wildhauser Gulmen 28.2.2026

Vor einer Woche endlich viel Schnee, hohe Lawinengefahr, erst Lawinenproblem Neuschnee, am nächsten Tag schon Nassschnee. Unsere Verhältnisse waren fünf Tage später bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen sehr gefahrlos, was Lawinen betraf: kaum Schnee und Temperaturen über Null Grad.

gen Alvier Foto T.Mayer

Andreas, Alexandra, Thomas, Rita, Mirko, Christoph, Colin und Felix waren dabei. Wir wollten den Wildhauser Gulme(-n)(1998m) erklimmen. Beim Ausrüstungscheck am Parkplatz in Wildhaus gab es eine Schrecksekunde: Die LVS-Sets hätten wir nicht mitnehmen müssen bei dieser geringen Schneelage und dieser immer auf einem Rücken verlaufenden Tour. Aber einer hatte die Schneeschuhe vergessen!? Beim Blick auf die grünen Wiesen wurde schnell klar, das er trotzdem mitgehen kann. Es ist halt viel anstrengender im sulzigen Schnee.

Direkt hinterm Gebäude der Gamperlütbahn ist der Einstieg in den Flürentobel, die enge Schlucht führt hinauf ins Teseltal. Hoch über uns ragt die Südseite des Schafberges empor. Das ist ähnlich, wie wenn man in Frankfurt am Main spazieren geht, nur schöner. Talaufwärts gehts hinauf zum Mutschen. Nur zu Lehrzwecken machten wir unseren großen LVS-Check, es passt alles. Hinauf geht es im lockeren Wald, bald schnallen wir die Schneeschuhe an, bis auf einer.

Auf der Lichtung um die Gulmenhütte machen wir eine erste sonnige Rast. Die Sicht ist heute sehr gut. linkerhand die steilen Feldwände vom Schafberg, Girespitz, Ruchbüel und Moor. Südlich die Alviergruppe, westlich die Reihe der Churfirsten. Wir sind noch nicht oben…

Durch immer lockerer werdenden Baumbestand und Latschen, ab und zu eine Zirbe, gehts immer den Rücken hinauf. Ganz nah an steilen Felsabrüchen gen Rheintal erreichen wir den abgewehten Gipfel. Die letzten Meter gehe wir alle ohne Schneeschuhe.

Felix, Thomas, Christoph, Alexandra, Andreas, Rita, Mirko, Colin Foto A. Lux

Pause. Aussicht. Windstill, im T-Shirt. Am 28.Februar.

Vom Säntis sehen wir nur den Funkmasten, dafür sehen wir den Ostgrat des Altmann direkt. Mit und ohne Fernglas beobachten wir mit und ohne Fernglas am gegenüber liegenden Hang eine Herde Gämsen. Es Richtung Zwinglipasshütte stiegen zwei Schneeschuhgeher ab. Oben queren wieder zwei Vierbeiner, vermutlich Steinböcke. Was man alles so sieht, wenn man Muße hat! Über Buchs necken sich kreisen eine Adler und ein Kolkrabe. Wobei eher der Kolkrabe den Adler pisackt. Er kreist ohne eine Flügelschlag, während der Rabe ab und zu flattern muss. Das ist „Bergfernsehen“!

Rast Foto R. Schumacher

Beim Abstieg genießen wir die Sonne. Hut ab vor unserem Fußgänger: der Schnee ist so sulzig, dass er tief einsinkt, bis zum Oberschenkel. Das ist eine echte Leistung. Wir wählen den Waldweg über Bodenweidli und kommen wieder im unteren Flürentobel an.

Abstieg Foto R. Schumacher

In Wildhaus wollen wir Kaffee trinken und uns möglicherweise an einem Schlozifladen laben. Die Kellnerin hat aber nur noch ein Stück Kuchen! Wir beschließen spontan, die Rückfahrt noch unterkoffeiniert und unterzuckert an zu treten. Am ersten Vorarlberger Kreisverkehr gibt es die Bäckerei Mangold. Dort findet jeder etwas, zum Glück.

Schön, dass Ihr dabei wart. Und ich hoffe, unser Fußgänger kommt wieder mal mit, mit Schneeschuhen.

Statistik: 950hm/5:30h/ K2/T2/12km

Autor: A. Lux