Die für den März lange im Voraus geplante Tour konnte tatsächlich stattfinden – was in den vergangenen Jahren im März wetter- und schneebedingt oft nicht mehr möglich war. Glücklicherweise hatte es eine Woche zuvor im Alpstein und Glarus noch einmal geschneit, und das Wetter blieb bis Samstag durchgehend frostig.
Pünktlich zum Frühlingsbeginn am 21.03.2026 starteten wir zu viert um 8:00 Uhr in Starkenbach in der Nähe der Talstation der Seluner „Kistenbahn“. Mit dabei waren Karin, Felix, Ira und Astrid, unsere Tourenführerin. Angemeldet waren fünf Personen, jedoch die Erkältungswelle forderte ihren Tribut.
Zunächst ging es in Spitzkehren auf einer steilen Fahrstraße durch eine bewaldete Felsstufe hinauf zur Bergstation der Selunbahn auf etwa 1500 m. Unterwegs konnte man den ersten Bärlauch und Märzenbecher bestaunen.
Ausreichend Schnee lag erst ab etwa 1200 Höhenmetern, sodass wir die Schneeschuhe erst später anschnallten. Ab der Bergstation ging es bei schöner Rundumsicht auf die benachbarten Churfirstengipfel nahezu gleichmäßig steil bergauf, zum Gipfel hin dann noch etwas steiler, bis wir schließlich das Gipfelkreuz des Selun auf 2205m erreichten. Unterwegs im Aufstieg entdeckte Astrid sogar ein Schneehuhn.
Oben am Gipfel fielen ein paar Schneeflocken vom Himmel. Es war zwar wolkig, aber dennoch ergaben sich interessante Ausblicke – hinüber zum Alpstein und, mit einem vorsichtigen Blick an der Wächte vorbei, hinunter zum Walensee im Süden sowie zum benachbarten Frümsel und den weiteren Churfirsten im Osten und Westen.
Natürlich durfte die obligatorische Brotzeit nicht fehlen, inklusive Gipfelschokolade und Gipfelkreuzfoto. Trotz guter Verhältnisse waren wir – bis auf zwei weitere Schneeschuhgeher – die einzigen Gipfelstürmer an diesem Tag.
Der Abstieg erfolgte auf derselben Route, mit einem kurzen Abstecher zum Eingang einer etwa 150 m langen Karsthöhle, dem „Wildmannlisloch“, in der man Knochen von Höhlenbären aus der Eiszeit sowie Spuren menschlicher Nutzung gefunden hat.
Auch bei günstigen Schneeverhältnissen ist für diese Tour mit insgesamt rund 12km und 1360 Höhenmetern eine gute Kondition sehr hilfreich. Ein LVS-Set war selbstverständlich dabei, auch wenn die Verhältnisse an diesem Tag als sehr sicher einzuschätzen waren.
Um 16:00 Uhr waren wir wieder zurück am Parkplatz und konnten noch eine Pause in einem Cafe einlegen und dabei den im Toggenburg beliebten „Schlorzifladen“ probieren, wobei sich weder die Zutaten noch das Geheimnis der Namensgebung dieses Kuchens lüften ließen.
Eine gelungene Winterabschluss-Schneeschuhtour zum Frühlingsanfang.
Autorin: Ira Rau
