
Am Freitag (02.01.2026) trafen sich 6 Schneeschuh-Begeisterte am Bahnhof in Friedrichshafen um gegen 09:30 Uhr zu einem 5-tägigen Schneeschuh-Ausflug in die Sellrainer Berge in den Stubaier Alpen zu starten. Dank der hervorragenden Planung unserer Tourenleiterin Astrid Lux klappte die Anreise nach Niederthai mit Zug und Bus trotz mehrfachem Umsteigen perfekt und wir konnten unseren Aufstieg zur Schweinfurter Hütte durch das Horlachtal um 14:30 Uhr starten. Der Aufstieg erfolgte über einen zugeschneiten und teilweise vereisten Almweg, der auch als Rodelbahn benutzt wird, so dass wir häufig abfahrenden Rodlern ausweichen mussten. Gegen 16:15 Uhr kamen wir an der Schweinfurter Hütte (2084m) an und konnten kurz darauf die Lagerplätze beziehen. Nach einem leckeren Abendessen haben wir gemeinsam die Tour für den nächsten Tag unter Berücksichtigung der Lawinen- und Wettersituation mit Karte, DAV-Snowcard und Alpenvereinaktiv-App geplant.
Statistik: 1:45h / ca. 500hm / 6,1 km
Am Samstag (03.01.2026) sind wir um 08:15 Uhr bei Minus 15 Grad zu unserem Tagesziel, der Kraspesspitze gestartet. Der Aufstieg erfolgte anfangs aufgrund der geringen Schneemenge ohne Schneeschuhe über den manchmal vereisten Sommerweg zur Zwieselbachalm. Auf einer Höhe von ca. 2300 Metern war es dann an der Zeit, die Schneeschuhe anzulegen. Danach wanderten wir in eisiger Kälte stetig bergauf. Wir hatten zwar nicht viel Schnee, jedoch somit geringe Lawinengefahr und wir hatten die Berge für uns. Kurz vor dem Gipfelkreuz (Höhe: 2953 Meter), am Joch, mussten wir leider aufgrund von starken Windböen umdrehen. Doch die schöne Aussicht konnten wir trotzdem ein paar Meter weiter unten im Windschatten in der strahlenden Sonne genießen. Der Abstieg erfolgte größtenteils über den Aufstiegsweg. Um etwa 15:30 Uhr waren wir wieder zurück an der Schweinfurter Hütte.


Leider streckte schon am Morgen Mirko ein Infekt nieder. Er steigt am 4.1.26 ab und reist zur Genesung nach Hause. Da waren`s nur noch fünf….
Statistik: 7:15h / ca. 1000hm / 7,4 km
Am Sonntag (04.01.2026) starteten wir um 08:30 Uhr zur Längentaler Scharte (Höhe: 2654 Meter). Wir wanderten zunächst gemächlich über einen Forstweg und entlang des Finstertalbach zur Finstertalalm und anschließend über einen steilen, felsdurchsetzten Hang in Serpentinen bis zur Längentaler Scharte. Die Schneeschuhe legten wir bereits sehr früh an, um auf dem teilweise komplett vereisten Forstweg Halt zu finden. An der Scharte angekommen fand jeder von uns sein persönliches Gipfel-Plätzchen und wir genossen bei einer Mittagspause die klare Aussicht auf die umliegenden Gipfel, ins Zwieselbachtal und in Richtung Kühtai. Auch an diesem Tag hatten wir den Berg und die Sonne für uns. Auf dem Rückweg haben wir im Tiefschnee (ca. 0,6 Meter) unter Anleitung von Astrid ausgiebig den Umgang mit LVS-Gerät, Sonde und Lawinenschaufel geübt. Spätestens dann war uns allen wieder warm! Am Abend haben wir den Tag mit der Tourenplanung für den nächsten Tag und gemeinsamen Spielen ausklingen lassen.


Statistik: 7:30h / ca. 800hm / 8,6 km
Auch am Montag (05.01.2026) starteten wir bei nur Minus 15 Grad, obwohl vorher deutlich niedrigere Temperaturen angekündigt waren. Geplant war an diesem Tag eine Wanderung in das Zwieselbachtal mit einem Aufstieg in Richtung Breite Scharte (Höhe: 2788 Meter), um einmal auf die Pforzheimer Hütte hinabschauen zu können. Gemeldet waren sehr kalte Temperaturen und starke Windböen, deshalb wollten wir möglichst viel in der Sonne gehen. Der Sommerweg in Richtung Breite Scharte war noch unverspurt. Da wir länger im 30-35°-Gelände aufsteigen müssten, bei einigen die Kondition ein wenig Pause hatte, planten wir spontan um: Alternativ-Route zum Zwieselbachjoch (Höhe: 2870 Meter). Gemächlich wanderten wir also durch das Tal mit dem vereisten Zwieselbach und einigen Lärchen, Alpenrosen und Felsen. Gemeinsam mit Astrid haben wir dabei gelernt, Spuren von Fuchs, Schneehase, Maus und Schneehuhn zu unterscheiden. Ein Teil der Gruppe (Speed-Tappsies) erreichte dann zur Mittagszeit bei sonnigem Wetter das Joch, der andere Teil (Kaiserschmarrngruppe) den Kaiserschmarren in der Hütte. Während der kurzen Pause auf dem Joch genossen wir die Aussicht auf den Breiten Grießkogel, das Winnebachtal und die hohen Gipfel der Ötztaler Alpen im Hintergrund. Außerdem wunderten wir uns über Hasenspuren auf dem Joch. Was treibt einen Hasen wohl dazu an, hier hoch zu hoppeln? Am Abend hat uns Astrid den Gebrauch der Rettungsdecke und den Umgang mit verletzen und unterkühlten Personen anschaulich erklärt. Auch der letzte Abend war von einem leckeren Abendessen, UNO-Spielen und dem Hornochsenspiel ausgefüllt.


Statistik: 6:30h / ca. 900 hm / 15,8 km
Am Dienstag (06.02.2026) stiegen wir um 08:40 Uhr gemeinsam von der Schweinfurter Hütte nach Niederthai ab, ganz erfüllt von der Sonne, dem Schnee, den Ausblicken, der Ruhe und dem Erlernten. Aufs Rodeln verzichteten wir wegen der Kälte und der vereisten Bahn. Von dort erfolgte die gemeinsame Rückreise mit Bus und Zug nach Überlingen. Wir danken Astrid für ihre Geduld und die vielen Erklärungen (auch zur Flora und Fauna) und die gesamte Organisation.
Statistik: 1:20h / ca. 500 hm Abstieg / 6,1 km
Mit da bei waren Maria, Sabine, Andreas, Felix und Mirko.
PS von Astrid: Für mich waren es ganz besondere Tage: viel Platz im Lager und der Hütte, draußen sind wir fast allein unterwegs, wir dürfen auch selbst spuren. Denn die Schneeverhältnisse waren recht mau, da fehlen die Skitourenfreunde. Und Vollmond! Dazu noch diese trockene Kälte, die Gipfelschokolade wurde zu Eiskonfekt. Schee wars mit Euch!
Der Bericht ist ein Gemeinschaftswerk: Sabine, Maria, Felix, Andreas und Astrid
