
Unsere vorletzte Wanderung der Familiengruppe 2 in 2025 hat uns auf den Gehrenberg geführt. Nachdem unsere Beine von den Sommertouren noch recht müde waren, wollten wir Höhenmeter vermeiden. Wie das geht? Wir wandern auf der Höhenlinie 700 m über dem Meeresspiegel um den Gehrenberg. In der Wanderkarte wird diese Höhenlinie von einer dicken braunen Linie markiert. Wenn wir auf dieser Linie bleiben, müssen wir also keine steilen Anstiege wandern. Soweit die Theorie.
Die dicke Braune Linien ist allerdings eine Höhenlinie und kein Wanderweg. Daher müssen wir bereits zu Beginn den Weg verlassen und starten bei leicht frostigem Wetter mit einigen Wolken, Nebel und Sonne in Richtung Wald. Der Boden ist gefroren und knackt unter den Füßen. Der erste Schnee bedeckt die Wiese und das Herbstlaub im Wald. Perfekte Bedingungen für ein kleines Abendteuer abseits des Weges.
Die Theorie „keine Höhenmeter“ müssen wir schnell aufgeben. Bereits nach einem halben Kilometer brauchen wir beide Hände bei einem Abstieg in ein Bachbett, dass unser Höhenlinie 700 quert. Einige kleine Schritte auf den Absätzen in der Böschung, zwei- dreimal an einem Ast oder kleinen Baum festhalten, ein Großer Schritt oder Sprung an der Hand, dann nochmal einige Trippelschritte in der Böschung und wir sind wieder auf unserer Höhenlinie.
Der Verlauf unserer Wanderung hält noch weitere kleinere und größere Querungen und Überraschungen bereit. Trittspuren von Hasen und Rehen. Aufgewühlte Stellen unter Nadelbäumen (Eichhörnchen?) und im Herbstlaub (Wildschweine?). Umgekippte Bäume (mal unten durch krabbeln, mal oben drüber klettern, mal als Brücke über einen Bach). Brennnesseln und Disteln sind zu dieser Jahreszeit zum Glück harmlos. Für die letzten Brombeeren kam der Winter leider zu früh. Die Vegetation macht Winterpause. Und wir machen Mittagspause.
Wir haben einen schönen Platz in der Herbstsonne und vespern aus den Rücksäcken. Die Mittagspause sollte die Mitte unserer Runde um dem Gehrenberg markieren. Strecke und Zeit haben wir auch erreicht. Allerdings sind wir von der markierten „Mitte“ auf der Karte noch ein gutes Stück entfernt. Also passen wir unseren Plan an und nehmen einen anderen Weg zurück zum Startpunkt. Schließlich wollen wir noch auf den Gehrenbergturm und über dem Feuer kochen.
Ein paar Höhenmeter und Treppenstufen später (am Ende waren es gut 200 hm) stehen wir um das Feuer am Grillpatz und wärmen Hände und Füße. Die mitgebrachten Knollen (Kartoffel, Beete, Karotte, Zwiebel, Rübe) sind schnell geschnitten. Der Kessel hängt dampfend über dem Feuer. Das ist lecker und wärmt. Zum Nachwärmen stellen wir noch einem Topf mit Apfel, Birne und Quitte über die Glut.
Was beim Schälen und Schneiden die Finger rot färbt, eignet sich auch prima als Stempel. Den Stempel in den Wanderpass der Kinder machen wir mit roter Beete. Bei zwei Kindern ist es die letzte Seite im Wanderpass. Der Pass ist voll. Juhu. Es gibt eine schöne Medaille am Karabiner. Wir freuen uns alle mit.
Ein kalter und warmer und leckerer Tag im Wald geht zu Ende.
Wir freuen uns auf den Jahresabschluss mit Winterfeuer im Dezember.




