„MTB-Alpenpässetour 2025“ (27. Juni – 02. Juli 2025)

MTB-Alpenpässetour durch drei Länder vom 27. Juni – 02. Juli 2025 von St. Anton über Ischgl –  Scuol (S-charl) – Pass Costainas –  Ofenpass/Passo Gallo– Lago Cancano (Rifugio Val Fraele) – Passo Trela – Livigno – Passo Forcola di Livigno – Berninapass – Pontresina – S-chanf – Scaletta Pass – Davos

Tourplanung bzw. –leitung: Wolfgang Biller („Butzi“)

Das Verladen der MTB´s auf den umgebauten Biller-Franke-Anhänger am Vorabend der bevorstehenden Dreiländeralpenpässetour war wieder einmal der erste Schritt zu unserem diesjährigen sportlichen Höhepunkt der Mountainbike-Saison. Alle Teilnehmer kamen pünktlich in Bambergen mit ihren Rädern an und waren mit den bewährten und vereinten Kräften dann innerhalb einer Stunde startbereit montiert.

Start am Freitag, 27. Juni 2025 mit planmäßgiger Abfahrt um 05.30 Uhr in Überlingen mit dem DAV-Bus inclusive Anhänger sowie dem Zubringer-Auto der Familie Biller, welches dankeswerter Weise zur Verfügung gestellt und von Magret wieder zurück gefahren wurde. Unmittelbar nach dem Einsammeln musste am DAV-Bus festgestellt werden, dass das Getriebe nur drei Gänge (1., 3. u. 5. Gang) zur Verfügung stellte. Diese Herausforderung nahm unser Tour-Begleitfahrer, Günter, mit all seiner Routine an und meisterte die Strecke nach St. Anton –über den Arlberg! und auch danach die insgesamt knapp 1.000 Kilometer – bravourös!   Nach der Ankunft bei Sonnenschein in St. Anton (1.400 müM) und anschließender Herstellung der Funktionstüchtigkeit der Räder (Einbau der Vorderräder und Montage der Pedale, welche für den Transport aus- bzw. abgebaut werden mussten) konnten wir nach erfolgtem bzw. obligatorischem „Technikcheck“ um 09.25 Uhr in Richtung dem ersten Zwischenziel „Neue Heilbronner Hütte“ starten.

Zunächst ging es bei lockerer Bewölkung und angenehmer Lufttemperatur  auf Asphalt, entlang des rauschenden, mal mehr und weniger akustisch wahrnehmbaren, Rosanna-Flusses, stetig aber noch in moderater Intensität bergauf.

Nach einem kleinen Alpsee wurde es dann mit Beginn des Schönverwall noch idyllischer auf breitem gut fahrbarem Schotterweg mit anschließendem steilen Anstieg über insgesamt ca. 700 Höhenmeter bis zur Neuen Heilbronner Hütte (2.320 müM) welche um 12.00 Uhr erreicht wurde.

Die Neue Heilbronner Hütte liegt mit 2.320 Meter Höhe auf der Landesgrenze inmitten der eindrucksvollen alpinen Berglandschaft des Verwallgebirges zwischen Vorarlberg und Tirol sowie an der europäischen Wasserscheide von Donau und Rhein.

Die dortige Einkehr wurde gerne  zur notwendigen Stärkung mittels Suppe und Pasta genutzt. Die Wartezeit auf die Speisen wurde durch ein Fernsehteam des ORF kurzweilig verkürzt, da dieses für „Hallo Österreich“ (ORF 2) ein Interview über die Gruppe und deren Motivation, Streckenverlauf  mit unserem jüngsten Teilnehmer führen wollte, da er wohl am ehesten der Zielgruppe der Reportage entspricht.  Danach ging es dann, entsprechend wärmer angezogen als beim Aufstieg,  auf genussvoller Abfahrt hinunter in das Paznauntal , wobei  unsere idyllische Strecke durch herrlich blühende Almwiesen am Hang entlang in Richtung und anschließend auf schön und schnell zu befahrenden Radweg entlang der Trisanna nach Ischgl (ca. 1.400 müM).

Strecke gesamt: 45 km und 1.206 Hm,

Dort gegen 15.00 Uhr angekommen hieß es dann zunächst das obligatorische hopfenhaltige Kaltgetränk auf der halbschattigen Terrasse der Gartenwirtschaft in Ortsmitte einzunehmen.  Danach wurde gegen 16.30 Uhr unsere Frühstückspension, das Haus Waldrast, nach ein paar lockeren Höhenmetern zielgenau erreicht wo wir von der Gastgeberin herzlich empfangen wurden. Gegen 18.30 Uhr  erfolgte dann, frisch geduscht der Abmarsch zu der empfohlenen Trattoria neben der dortigen Therme. Frisch gestärkt war es auf dem Rückweg zur Unterkunft nicht möglich eine weitere Einkehrmöglichkeit in Ischgl zu finden – der Ort wirkte fast gespenstisch verlassen. Somit gingen wir eben frühzeitig auf unsere Zimmer – der Tag hatte für uns auch schon sehr früh begonnen und so konnte sich jeder individuell auf den nächsten anstrengenden Tourtag vorbereiten.

Samstag, 28. Juni 2025

Nach dem Frühstück –klein aber fein- um 07.30 Uhr, fuhren wir nach dem Verladen des Gepäcks und dem absolvierten Technik-Check gegen 08.45 Uhr durch Ischgl zu unserer geplanten Gondel-Seilbahn, welche mit unserer Silvretta Card –Premium- bereits bezahlt war. Auf dem Weg dorthin konnten wir einige Höhenmeter mit entsprechender Aufstiegshilfe in Form von zwei Rolltreppen geschmeidig überwinden. Zunächst fuhren wir mit der Gondel –jeweils zu zweit mit Bike- bis zur Idalp (Panorama Bergrestaurant auf 2.321 müM) und dann gleich noch einmal weiter hoch mit dem Achter-Sessellift zum Äußeren Viderjoch (2.739m) -auch Idjoch genannt.

Von dort ging es los auf den Idalp-Trail, welcher Freeride-Spaß auf einem für Mountainbike angelegten Singletrail mit alpinem Charakter zu bieten hatte. Eine der schönsten Abfahrten im Skigebiet von Ischgl. Dabei war zwischendurch bei höchstem Tempo besondere Vorsicht geboten als zweimal ein Murmeltier unsere Strecke kreuzte. Ansonsten waren diese drolligen Zeitgenossen in dieser Bergregion nur aus der Ferne zu sehen aber umso öfter deren Pfeifen zu hören.

Am Ende dieser geilen Enduro-Trail-Strecke mit 382 (J) Spitzkehren, welche größtenteils ohne Einsatz von Trittfrequenz d.h. nur mit dem Geländespiel zu bewältigen war, kamen wir, weiter bergab, auf eine asphaltierte „Rennstrecke“. Unser Tour-Guide veranlasste noch rechtzeitig die Montage der für das Tagesgepäck angeordneten Beleuchtung, welche durch die nachfolgenden „kuhdunklen“ Tunnels mit rechtwinkligen Kurven fast lebensrettende Bedeutung erlangte.

Nach dem Erreichen von Compatsch (1.715 müM) fuhren wir auf einem schönen Abschnitt entlang des Inn-Radweges in Richtung Unterengadin. Gegen 12.05 Uhr trafen wir wie geplant zum Mittagessen auf dem Campingplatz von Sur En am Inn (1.125 müM)ein. Nach der erfolgten Stärkung im Schatten der dortigen Gartenwirtschaft und Auffüllung der Wasserreserven am Rad starteten wir bei „Bullenhitze“. In Höhe von Scuol ging es dann durch das Val S-charl, über 700 Höhenmeter, entlang der Clemgia bergauf, welche unterhalb von S-charl die wilde Clemgia-Schlucht durchfließt, bis zu unserem Tagesziel, nach S-charl, Hotel Mayor (1.800 müM). Die Temperaturen lagen zum Start bei 32° – zwischendurch bei 37°- und bei der Ankunft bei 35° – überwiegend in der prallen Sonne. Aber mit dem gemütlichen Ausklang auf der Sonnenterrasse unserer Unterkunft mit Kübel + Panasch konnten die Strapazen des Tages schnell überwunden werden.

Nach dem Bezug der schnuckeligen Zimmer konnten wir –wie bereits gewohnt –  ein sehr gutes Abendmenü genießen und ließen den Abend wieder auf der Terrasse des Hotels ausklingen. Auch heute waren sich alle einig, dass angesichts des anspruchsvollen Folgetages ein frühes „Gute Nacht“ angesagt ist.

Strecke gesamt: 61km und 1.100 Hm

Sonntag, 29.Juni 2025:

Zum reichhaltigen Frühstück ab 7.00 Uhr konnten wir uns schon wieder am herschenden Sonnenschein erfreuen.

Nach erfolgreichem Technik-Check ging es dann um 08.30 Uhr  gleich weiter bergauf zum Pass Costainas. Eine gute Naturstrasse führte bei angenehmer Steigung talaufwärts, vorbei an friedlichen Rindviechern (auf vier Beinen!), welche auch vom herrlichen Wetter profitierten. Unmittelbar nach der Alp Astras (auf 2.135 m gelegen)  folgte nach drei kleinen Bachpassagen der praktisch menschenleere Singeltrail durch ein Legföhrenwäldchen und über tief ausgetretene Wiesenpfade hinauf zum Pass da Costainas (2251 m).

Nach kurzem Innehalten ging es zunächst auf eine kurze steile Abfahrt zur Alp Da Munt worauf ein zunächst flowiger und dann schwieriger Trail in Richtung Ofenpass folgte. Auf einem an der Hangkante verlaufenden Abschnitt gab es dann einen Schreckmoment, als ein Biker mit dem Pedal am Berg hängen blieb und einen Abflug in Richtung der etwas tiefer liegenden Passstraße hinlegte – welcher durch die dortigen trockenen Latschenkiefer abgebremst wurde.

Plötzlich tauchte für den nachfolgenden Tour-Teilnehmer ein blauer Helm unterhalb des Weges –zum Glück mit wohlbehaltenem Träger- auf. Mit vereinten Kräften konnte dann das Mountainbike wieder auf den Trail gehievt werden. Am Ofenpass (Pass dal  Fuorn) auf 2.149 m Meereshöhe angekommen trafen wir dort auf den gerade stattfindenden Dreiländer-Giro bzw. deren dortige Verpflegungsstation. Auch wir nutzten die Gelegenheit in der Gaststätte zur Erfrischung bzw. zum Auftanken.

Die Weiterfahrt startete am Ofenpass gleich mit einem flowigen Singletrail zur knapp 200 m tiefer gelegenen Alp Buffalora (2.025 m). Nach diesem Flowgenuss folgt ein 1,5 km langer und steiler Anstieg in Richtung Alp Jufplan und auf die Buffalora-Hochebene auf 2.225 m. Ein schöner, leicht ansteigender Singletrail führte uns zum Passo Gallo (2.279 m). Der erste Abschnitt der Abfahrt verläuft auf einem gut erhaltenen Militärweg.

Nach dem Passieren einer Amazonen-Gruppe mit attraktiven Pferden, passierte, wohl noch in Gedanken an das beeindruckende Amazonenbild, in der darauffolgenden scharfen Rechtskurve, auf losem Untergrund, eine kleine Schnittverletzung am Knie von Gerd B., trotz nur sehr kurzem Bodenkontakt.  Anschließend fuhren wir dann in engen Spitzkehren bis zum Ausläufer des Livigno Sees hinab. Danach folgte dann bei 35° Celsius noch ein etwas zäher Streckenabschnitt  in Richtung Lago Cancano. Dort gelangten wir dann entlang des Seeufers wie an der Perlenkette aufgereiht um 15.00 Uhr zu unserem Rifugio di Fraele. Jetzt hieß es erst Mal „Radler für die Radler“ auf der Gastro-Wiese. Bevor alle sonnenbrandgeschädigt waren, wurde von einem forschen Biker-Kollegen die Zimmereinteilung forciert, was der Tour-Guide nicht besonders loben konnte – aber am Ende doch zur Zufriedenheit erfolgte. Leider musste Günter eine unerwartete Umleitung fahren, da die Straße zum Umbrailpass unangekündigt gesperrt war und somit seine Ankunft an unserer Unterkunft verzögerte. Wir waren dann aber heilfroh, als wir unser Gepäck in Empfang nehmen konnten.

Nach dem abendlichen Wahlmenü ließen wir den Tag bzw. das „Bergfest“  bei einem  letzten Liter Rotwein gemütlich ausklingen.

Strecke gesamt: 46 km und 1.250 Hm

Montag, 30. Juni 2025

Der Start am Rifugio Fraele –pünktlich um 8.30 Uhr verlief zunächst bei starker Bewölkung am Stausee entlang und dann über die hohe Staumauer bis Torre di Fraele. Dort war der obligatorische Foto-Stopp, wegen der sehr schönen Aussicht ins Tal mit den zahlreichen Serpentinen aus der Gegenrichtung (bergauf), angesagt.

Nach ein paar Fotos mit den wenig gut verheißenden Wetteraussichten war schnelles Auspacken der Regenklamotten angesagt, da der Himmel die Pforten öffnete – es begann zu regnen. Zunächst konnten wir den Regenschauer beim dortigen Felsentunnel abwarten. Nach kurzer Abfahrt bzw. ca. drei Serpentinen auf Asphalt sind wir dann rechts auf eine ehemalige Bahntrasse abgebogen, bis es dann hieß „hier geht es nach rechts“ und das bedeutete – steil bergauf – und das auf Schotter.

Da es bereits wieder aufgehört hatte zu regnen, konnte die Regenbekleidung wieder verstaut werden und für die meisten bedeutete es erst Mal das Bike bergauf zu schieben. In diesem Aufstieg stellte sich dann noch ein Kettendefekt ein welcher routiniert durch Thomas und unseren Tour-Guide vor Ort fachmännisch repariert werden konnte. Kurioses am Rande: Durch diese zeitliche Verzögerung war ein Biker, welcher bereits weit voraus gegangen war, unsicher, ob er vielleicht einen Abzweig verpasst haben könnte, da er immer noch nicht von den nachfolgenden Tour-Teilnehmern eingeholt worden war und deshalb den Tour Guide anrief. Dieser vermutete aber, dass der Anrufer weiter hinter der Gruppe war und hielt uns zunächst davon ab weiter zu fahren. Nach kurzer Recherche bzw. Beratung konnte die Situation aufgeklärt werden.

Allerdings war sich der vorausgegangene Biker so unsicher, dass er etwa 100 Höhenmeter wieder bergab fuhr, bis er uns wieder entgegenkommen sah – das  bedeutete für ihn, dass er an diesem Tag ein paar Höhenmeter mehr absolvieren durfte!. Als Fazit konnte wieder einmal der Grundsatz festgehalten werden – „an einer Wegkreuzung wird gewartet“!   Nach Ende der Schiebepassagen ging es immer weiter hoch zum höchsten Punkt oberhalb der Alp Trela auf 2.283 müM und nach kurzer Abfahrt zur Alp Trela mit kurzer Verschnaufpause bzw. Einkehr. Leider hatten wir keine Zeit abzuwarten, bis die Polenta im Kupfer-Kochtopf auf dem Holzofenherd fertig zubereitet war, denn es hieß jetzt Aufstieg zum Passo Trela auf 2.294 müM.

Die Abfahrt vom Passo Trela nach Livigno und besticht durch flowige und einzelne anspruchsvolle Trailhighlights.Bei einem der letzten kniffligen sehr steilen und felsigen Passagen konnte der für den Tourbericht verantwortliche Biker einen kurzen Bodenkontakt mit dem Trek nicht vermeiden. Aber nach Einsatz der Wasserflasche zum Ausspülen der verschmutzten Schürfwunde konnte die Abfahrt zum Zielort planmäßig fortgesetzt werden. Die Ankunft in Livigno war bereits um 13.40 Uhr wodurch wir uns zu einer Einkehr an der Geschäfts- und Verpflegungsmeile entschlossen.

Strecke gesamt: 33 km und 730 Hm

Anschließend versorgten wir unsere Räder in der Tiefgarage des noblen Hotels La Piöda, welches auch einen Wäscheservice anbot, welcher sehr gut angenommen wurde. Zum gemeinsamen Abendessen trafen wir uns im gegenüberliegenden Restaurant mit guter italienischer Küche sowie diversen Burger-Varianten. Von dem bereits eingesetzten Regen ließen wir uns den Appetit nicht verderben da über Nacht eine Besserung, vor allem in den Bergen, immer möglich ist.

Zum Ausklang gab es noch einen Absacker in der Hotellounge.

Dienstag, 01. Juli 2025

Die Tür zum Frühstücksraum wurde pünktlich um 7.30 Uhr freigegeben und uns erwartete ein außergewöhnlich gutes Frühstücksbüfett mit frisch gepresstem Orangensaft aus der gläsernen Maschine, Rinderschinken, leckeren Käse und frischen Obstsalat neben den auch sonst üblichen Zutaten eines gehobenen Frühstücks..

Leider musste Gerhard B. aufgrund beruflicher Verpflichtungen die Tour kurzfristig abbrechen und wurde von Günter zum Bus gefahren, welchen er nutzte bis zur nächsten Bahnstation zur Weiterfahrt nach Hause.

Aufgrund der Verzögerung bei dem Wäscheservice und der zeitaufwändigen Verteilung an die einzelnen Biker wurde die Abfahrt auf 9.00 Uhr verschoben. Der Start bzw. das Einrollen zum ersten Zwischenziel, Passo Forcola di Livigno, verlief bei Sonnenschein angenehm, auf relativ flachem Radweg mit einigen Fahrern auf Langlaufrollen im Gegenverkehr, was wohl für eine Trainingsstrecke der Wintersportler spricht.

Daran anschließend wechselten wir auf einen relativ guten Fahrweg durch eine Weidelandschaft mit diesen überfahrbaren Viehsperren, welche es immer wieder zu überwinden galt. Hier kam es dann auch zu einer Begegnung mit einer Gruppe E-Mountainbiker welche mit dem Überfahren dieser Hindernisse nicht vertraut war und sich dazu noch z. T. nicht an gewisse Vorrangregeln gehalten haben – worüber wir jedoch großzügig hinweggesehen bzw. uns auf unsere sportlichen Herausforderungen konzentriert haben. Am Ende des Tales lag noch der steile Aufstieg zum Forcola die Livigno (Passhöhe: 2.315 müM) vor uns den wir um 11.20 Uhr bezwungen hatten und dort eine kleine Pause bei günstigem Espresso (noch in Italien) einlegten.

Dann ging es weiter zur alpinen Bergetappe (streckenweise mit Schiebepassagen für den einen oder anderen) zum höchsten Punkt des Tages auf 2.445 müM (Val dal Bügliet). Die anschließende Überfahrt in Richtung Bernina-Pass endete bei Ospizio Bernina und war ebenfalls wieder anspruchsvoll mit alpinem Charakter.

Dann endlich der erwartete flowige Trail, z. T. in atemberaubendem Tempo, nach Pontresina mit mehreren Gegenanstiegen und teilweise begleitet von der Räthischen Bahn mit ihren roten Zügen.

Ein Regenguss fast aus heiterem Himmel veranlasste noch einen kleinen Bekleidungswechsel welcher kurz darauf an unserer Raststation bei Morteratsch entbehrlich war und schon wieder gegen die Sonnenbrille getauscht werden konnte.

Auf dem letzten Teilstück zum Tagesziel ging es mit flottem Tempo über breite Waldwege und dann als kleine Krönung durch ein Waldstück mit angelegter Trailstrecke z. T. mit Steilwandkurven die richtig Laune machten.

Nach dem Erreichen von Pontresina um 15.00 Uhr kam zunächst der Einkehrschwung in die uns bereits wohl bekannte Gartenwirtschaft in Sichtweite unserer Jugendherberge. Dort wurde eine Runde „gekübelt“ – für ALLE.

Die Fahrzeiten waren bisher auf jeder Tagesetappe  grundsätzlich kürzer als geplant, da wohl bergauf als auch bergab insgesamt schneller gefahren wurde.

Die Zimmerverteilung in der Juhe verlief wieder reibungslos und das Motto lautete gleich zum Duschen bevor die ebenfalls dort beherbergte Jugendgruppe eingetroffen ist. Nach dem Duschen ging es ab 18.00 Uhr zum Drei-Gänge-Menü welches ausreichen und gut –aber nicht Jedermanns-Geschmack- war.

Zum Ausklang bei Most (auch Alkoholfrei) und Bier mit der gemeinsamen Aufarbeitung des Tages für den Tourbericht. 

Strecke gesamt: 42 km bei 870 Hm

Mittwoch, 02. Juli 2025

Start in den Tag mit einem guten üppigen Frühstück ab 07.00 Uhr.

Abfahrt um 08.03 Uhr bei 13° neblig mit sonnigen Abschnitten. Zunächst relativ gemütliches Einrollen bis S-chanf auf einem beschaulichen Radweg u. a. durch eine schöne Auenlandschaft. Ab 09.20 Uhr ging es dann ab S-chanf stetig bergauf zum Scalettapass auf 2.606 müM. Der Weg dorthin war mitunter sehr beschwerlich, da es streckenweise für alle Schiebepassagen gab. Da eine Brücke über einen breiten Bach, welche über den Winter abgebaut wurde, noch nicht wieder an ihrem normalen Platz platziert war, mussten die Räder gruppendynamisch, mittels einer kleinen „Biker-Kette“, über den Bach manövriert werden. Die vorhandene Filmsequenz von David dokumentiert dabei auch das fast ohrenbetäubende Rauschen des Sturzbaches.  

Der Name Scaletta könnte auch von „Skalpell“ stammen, da scharfe Felsen und Felsbrocken ständig auf und neben dem Trek zu finden sind. Ein solches skalpellartiges Gestein musste Gerd bei einem harmlos anmutenden Sturz schmerzvoll kennen lernen. Aber nach einer kurzen ärztlichen Versorgung durch Siegfried, unseren Tourarzt, konnte nach erfolgter Blutstillung  die Reststrecke in Angriff genommen werden. Leider musste dann auch noch Rainer mit einem Felsbrocken eine Bekanntschaft machen woran ihn sein rechter Rippenbogen noch für ein paar Tage daran erinnert haben dürfte. Beide Malheure waren leider in Sichtweiter unseres nächsten Zwischenzieles zu verzeichnen und unnötig wie ein zweiter Kropf.

Nach einer Pause in der Gaststätte vom Dürrboden war die Abfahrt nach Davos, bis auf ein kurzes Stück über einen Trail, Entspannung pur und es herrschte Freude bei Allen das letzte Etappenziel Davos und dort unseren DAV-Bus mit Günter, unseren treuen und zuverlässigen Tourbegleit-Busfahrer,  wohlbehalten erreicht zu haben. Innerhalb einer Stunde waren dann das Gepäck und die Räder gegen 16.20 Uhr wieder zur Abfahrt fertig und sicher verzurrt auf dem Anhänger.

Die Rückfahrt im mit neun Personen voll besetzten DAV-Bus war dann aufgrund der herrschenden Temperaturen noch einmal eine kleine Herausforderung welche aber trotz nach wie vor eingeschränkter Getriebekapazität von Günter sehr gut d. h. fast nicht bemerkbar gemeistert wurde. 

Ankunft in Überlingen war gegen 19.15 Uhr.

Strecke gesamt: 53 km bei 1165 Hm

Abschluss-Fazit:

Es wurde wieder einmal  A l l e s   von unserem sehr geschätzten DAV-MTB-Guide Wolfgang („Butzi“). in bester Manier hervorragend „auskundschaftet“, organisiert und kompetent umgesetzt.

Ein einfaches aber intensives und herzliches  D A N K E  an unseren Butzi für diese, auch für ihn auf unbekannten Teilstrecken, gelungene Alpenpässe-Tour durch drei Länder.   

Der Dank geht auch an Günter, unserer treuen Seele als Fahrer des Begleitfahrzeuges („stets zuverlässig am neuen Übernachtungsort“), und hier ganz besonderen Dank noch für den tollen täglichen Gepäckservice auf ein Zimmer der jeweiligen Unterkunft. Dies wurde von keinem Biker erwartet – aber sehr gerne angenommen.

Herzliche Grüße von:

David, Dieter, Gerhard B., Gerd G., Hubert, Rainer, Siegfried, Thomas und Wolfgang

Gesamtbilanz der Alpenpässe-Tour: 280 km und 6.321 Höhenmeter

Tourbericht: Hubert Wagner

Foto W. Biller