Städler Tour 2020

MTB-Tour vom 26. Juni – 01. Juli 2020 – Brenner – Transalp – Südtiroler Unterland

Auf dieser Alpenüberquerung führte uns unser routinierter DAV-MTB Guide, Butzi , von Gries am Brenner über die Brennergrenzkammstraße nach Südtirol. Wir haben dabei herrliche Ausblicke auf die Dolomiten mit dem Latemar und dem Rosengarten, außerdem bezwingen wir u.a. den Nigerpass, fahren über die berühmte Seiseralm – die größte Hochalm Europas -, bewundern den Schlern und radeln schließlich über den alten Bahnweg bis nach Auers in das herrliche Etschtal. Aber der Reihenfolge nach hier die einzelnen Etappentage:

Donnerstag, 25.06.2020:

Nachdem die Tour, bedingt durch die Corona-Pandemie, bis zuletzt auf der Kippe stand, ob sie überhaupt durchgeführt werden kann, war es endlich soweit – die Räder und das Gepäck wurden am Vorabend verladen. Auch wenn die Motivation zur angemessenen Vorbereitung bei dem ein oder anderen etwas verhalten war, konnte man die Vorfreude auf den Tourstart geradezu spüren.

Freitag, 26.06.2020

 Abfahrt am ZOB für den Teambus um 4.30 Uhr: Nach der pünktlichen Ankunft ging es mit vereinten Kräften („jeder hilft jedem“) die Bikes wieder in ihre ursprüngliche, fahrfähige Funktion zu bringen (Pedale anschrauben, Lenker richten…). Nach dem elementaren Rudel -Technik-Sicherheitscheck stellten sich zwei nicht unerhebliche Mängel heraus, welche aber zum Glück mit fachmännischem Geschick gleich noch behoben werden konnte. Im Anschluss folgt dann noch das Erinnerungs-gruppenstartfoto, auf dem gleich die erste Gleichgewichts- prüfung –alle Biker auf den Pedalen!- erfolgreich bestanden wurde. Die gleich zu Beginn anstehende Auffahrt in Richtung Brenner-Grenzkamm konnten wir nach ca. 450 Höhenmeter mit einer Einkehr auf der Sattelbergalm –rechtzeitig vor dem einsetzende Regen, angenehm trocken unterbrechen. Durch den Starkregen musste die Suppenpause auf 1,5 Stunden verlängert werden. Nach dem Regen ging es weiter mit dem langen zähen Anstieg über die alte Militärstraße zum Grenzkamm immer höher steigend zum Kreuzjoch bzw. Sandjoch. Auf dem Höhenweg konnten wir alte Bunkeranlagen aus den 30er Jahren von Mussolini bestaunen.  Im oberen Teil wunderbare Ausblicke in die Zillertaler Alpen.  Am Sandjoch bietet sich ein  360° Panoramablick! Hier beginnt der Traileinstieg in den 1er Pfad nach Colle sarco (Gossensass). Der Trail gehört wohl definitiv zu den Toptrails der Alpen. Anfangs schlängelt er sich unterhalb des Portjochs mit wenig Gefälle entlang. Nur wenige verblockte Stellen, sonst durchweg gut zu fahren. Im Mittelteil bekommt der Trail weichen Waldbodenuntergrund – flowiger geht es kaum.

Es wird nie langweilig, es entsteht ein regelrechter Trailrausch. Oberhalb von Gossensass wird man aus dem Waldpfad ausgespuckt und genießt den Blick über das kleine Städtchen. Ab Gossensass folgen wir dem Radweg nach Sterzing und anschließend auf beschaulichen Feldwegen, aber noch einigen kurzen giftigen Anstiegen, zum ersten Etappenort,  Pension Wiesenhof in Pfulters.

Ankunft: gg. 17.30 Uhr Strecke: 44 km – 1420 Hm

Dort gab es einen freundlichen Empfang mit dem wohlverdienten hopfenhaltigen Kaltgetränk. Nach dem Duschen und dem leckeren Drei-Gänge-Menü waren alle froh sich schon bald wieder auf die zweite Etappe vorbereiten zu können.

Samstag, 27.06.2020

Nach regenreicher Nacht haben wir bei Sonnenschein das Frühstück genossen. Nach kurzer Abfahrt ins Etschtal hat der Schwung leider nur wenig in die Auffahrt zum Valserjöchl getaugt. Die 1000 Höhenmeter am Stück waren sehr schweißtreibend aber landschaftlich immer wieder wunderschön und beeindruckend. Auf 2020 m Höhe ließen wir die Bergstation Jochtal links liegen, da wir die Anratterhütte, als mehrfach ausgezeichnete beste Hütte Südtirols, zum Ziel hatten (zugige Anfahrt) welche ihrem guten Ruf auch gerecht wurde. Danach lange Schotter und Asphaltabfahrt in Richtung Spinges. Nach überraschender Linksabbiegung in den herrlich duftenden Pinienwald gab es noch ein paar anspruchsvolle Trailabschnitte für „Alle“. Kurze Fußgängerzonenpassage durch Brixen  und anschließend in Fließrichtung der Etsch entlang, aber entgegen dem zwar warmen aber  trotzdem lästigen Südwind, nach Klausen. Ankunft im Hotel Sylvaner Hof um 16.00 Uhr

– Strecke: 48 km – 1362 Hm

Hilfsbereiter Hotelchef beim Besorgen einer neuen Bremsscheibe bei zwei Radläden in Klausen –Abholung am Hotel und Reparatur am selben Abend! Gute Verpflegung in der Gartenwirtschaft – bei bester Stimmung wurde der herrliche Sommerabend mit reichlich Schüttelbrot und Schinkenteller noch gut ausgenutzt.

Sonntag, 28.06.2020

Nach den täglich üblichen Ritualen wie Frühstück, Sonnenschutz und Technikcheck ging es von Klausen aus gleich wieder gegenüber der Burg über Klausen wechselweise aber stetig bergauf über Layen – Poststeig bis St. Ulrich. Dort gab es eine kleine Pause mit Stärkung bevor es dann in Richtung Seiser Alm – Saltria – Mahlknechthütte im Naturpark Schlern-Rosengarten nochmal gleichmäßig  aber mächtig auf teils unangenehmem Schotterweg bergan ging.  Die Mahlknechthütte auf 2054 m Höhe ist durch ihre idyllische Lage und die gemütliche Einrichtung bereits allein schon die mühsame Auffahrt wert gewesen. Schöner Abend bei gutem Essen und angenehmem Service verbracht. Leider gab es nur noch ein Doppelzimmer und für den Rest das Massenlager – dafür aber schmorten wir als Gruppe im „eigenen“ Saft, da sonst niemand mehr im Zimmer lag – außer uns.

Strecke: 39 km – 1530 Hm

Montag, 29.06.2020

Nach kurzem aber bissigen Anstieg bei Gegenwind fuhren wir mit rasantem Tempo über die wellige Topographie der Seiser Alm bis Compatsch und hatten bis dort unser Soll an Überholvorgängen von Pkw für die gesamte Tour bereits erfüllt. Danach folgten die Orte Salegg – Völser Weiher.  Bei der Anfahrt nach St. Zyprian gerieten wirca. 20 Minuten vor unserem geplanten Rast in einen  ergiebigen Regenschauer. Durch geschicktes Dirigieren unseres Guides konnten wir das Begleitfahrzeug  zu unserer rettenden trockenen Einkehr mit wichtiger Nahrungsaufnahme  beordern und die Weiterfahrt dann mit trockener Kleidung bei strahlendem Sonnenschein  antreten. Die Auffahrt zum Nigerpass, teils durch den Wald entlang eines idyllischen Bachlaufes sowie zum Karerpass, war allerdings wieder recht intensiv bzw. herausfordernd für jeden.  Am Fuße des Latemarmassivs erreichten wir dann unsere 4. Unterkunft, das Hotel Castel Latemar, Carezza. Von dort aus konnten wir,zum Teil schon geduscht, die „Rote Wand“ in der Abendsonne bestaunen.

Strecke: 52 km – 1475 Hm

Dienstag, 30.06.2020

Vom Karerpass ging es zunächst zur Bergstation von Obereggen wieder stetig bergauf und dann noch weiter zum Laner Passo – Lavaze Passo (1805m) bis Jochgrimm. Dort entschieden wir mit der Mittagspause bis zum nächsten Rifugio, die Gurndin Alm auf 1953 m noch zu warten, was sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt hat, denn dort trafen wir auf lustige und nette Wirtsleute und die Portionen waren günstig und die Pasta nicht von jedem zu bezwingen. Nach nur wenigen Höhenmetern ging es dann in Richtung Südtiroler Unterland über Kaltenbrunn auf dem alten Bahnweg immerzu bergab nach Auer –unterhalb vom Kalterer See. Eine wunderschöne und angenehm zu fahrende Abfahrt von über 1600 Höhenmetern / ca. 30 Minuten am Stück – zwar immer heißer werdend aber stets im Schatten der dortigen Trasse mit unterwegs atemberaubender Kulisse in Richtung Etschtal sowie dem Kalterer See Nach Ankunft am frühen Nachmittag bei über 30 Grad konnten wir uns im Garten des Bio Hotels Kaufmann und dem dortigen Naturpool bestens regenerieren und auf den Abschlussabend freuen .Im Hotel waren wir deutlich in der Überzahl und wurden mit lecker Abendessen verwöhnt.

Strecke: 60 km – 915 Hm



Mittwoch, 01.07.2020

Die Rückfahrt war eine logistische Herausforderung und wurde Dank bester Vorbereitung durch Butzi mit Bravour gemeistert. Der Tourbus wurde mit allen Bikes und allem Gepäck beladen. Neben der treuen Seele Ulli, der zuverlässige Fahrer des Begleitfahrzeuges, fuhren noch drei Biker mit zum Ausgangspunkt nach Gries am Brenner. Dort wurden deren Räder und Gepäck in und an das Auto von Dieter umgeladen. Anschließend fuhr Uli wieder zurück zur Bahnstation am Brenner um die restlichen Biker, welche von Auer mit dem Zug zum Brenner (ca. zwei Stunden) gefahren sind, abzuholen. Am Ende des Tages waren alle des wirklich homogenen Teams glücklich und zufrieden, in dem Wissen wieder eine richtig tolle Tour, in anspruchsvoller, lustiger aber auch ernsthafter Atmosphäre, erlebt zu haben, gut zu Hause angekommen .

Ein einfaches aber intensives und herzliches D A N K E an unseren Butzi für diese „Rund um sorglos Tour von vorne bis hinten“ von: Christoph, David, Dieter, Gerd, Gerhard B., Hubert, Siegfried, Thomas und Uli

Alle hoffen, dass es im nächsten Jahr eine Neuauflage mit Butzi gibt!

Bericht Hubert Wagner

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