MTB-Tour „Frauen bevorzugt“

Graubünden-Runde vom 10. Juli 2026 bis 12. Juli 2026

Die Freude war groß, als Butzi Ende letzten Jahres eröffnete, nach zweijähriger Pause wieder eine „Frauen bevorzugt“-MTB-Tour anzubieten. Und beim konkreten Plan, 3-Tage-Rundtour im wunderschönen Graubünden, waren eh alle gleich dabei. Es wurde mehr (oder weniger) stark trainiert und je näher die Tour kam, desto größer wurde der Respekt. Am Freitag in der Früh machten sich dann drei E-Biker und (ab Geburtszeitpunkt Dezember 1963) sechs hoch motivierte Bio-Bikerinnen auf den Weg nach Langwies. Nach einem kleinen Tanz zur Melodie von Heidi (erstes Dankeschön an den Guide für die anstrengende Organisation?) erreichten wir Langwies.

Dort starteten wir gegen 9 Uhr zunächst zur Walsersiedlung Strassberg. Nach Erreichen des Durannapasses (2117 m.ü.M.) folgte die Abfahrt nach Klosters. Am Vormittag mit ca. 750 Höhenmeter war es bereits warm, doch nach der Trinkpause am Kiosk kamen weitere 600 heiße Höhenmeter auf Schotter mit vielen steilen Rampen bis zum Wolfgangpass. Uli hat es trotzdem geschafft, drei – ihr MTB schiebende – jüngere Männer an einer steilen Rampe stehen zu lassen. Abends vervollständigte Bettina, die erst am Nachmittag starten konnte und daher alleine über den Strelapass (2.352 m.ü.M.) Davos erreichte, unsere Gruppe.

Der zweite Tag begann mit einer Planänderung: Wir sparten das Geld für die Bahn hoch zur Ischalp, somit auch die Abfahrt in’s Sertigtal und fuhren direkt zur herrlichen Zügenschlucht. Ein Wegwart schenkte jedem von uns ein Trail-Glöckchen und auf schönen Wegen (denn diese sind für alle da, es braucht nur gegenseitige Rücksicht) ging es weiter zum Landwasser-Viadukt. So geht biken in Graubünden! Für weitere idyllische Momente kam dann auch noch der Glacier Express.

Noch vor der Mittagszeit erreichten wir Tiefencastel, deckten uns mit Essen und Trinken ein und radelten hoch zur Kirche St. Peter Mistail, eine der ältesten Sakralbauten der Schweiz mit bedeutenden Wandmalereien. Der schattige Platz vor der Kirche kam gerade Recht für unsere Pause, denn im Aufstieg zeigte der sonnenbeschiene Tacho am Bike plötzlich mehr als 45 Grad. Neben der Kirche gibt es ein historisches Beinhaus, das den Besucher an die Vergänglichkeit erinnert („Was wir sind, das werdet ihr. Was ihr seid, das waren wir.“). Die Reanimation ist selbst unseren medizinischen Spitzenkräften nicht mehr gelungen.

Von Alvaschein aus ging es zunächst auf einem Fahrweg und dann auf Trails nach Lenzerheide und nach einer Einkehr und Badestopp am Heidsee noch hoch nach Valbella. Dabei entdeckten unsere Lebensmittelretterinnen vor einer Bäckerei eine „too good to go-Tüte“ und so kamen wir an zusätzliches Tourenproviant für den nächsten Tag.

Dieser war wieder sonnig und heiß. Es wurde zwar nicht überprüft, doch wahrscheinlich hatte niemand mehr seinen Rucksack mit Regenkleidung, warmer Jacke, warmen Handschuhen oder ähnlicher „Alpencross-Grundausrüstung“ belastet. Auf schönen Trails nach Churwalden folgte ein langer Anstieg über Tschiertschen zum Berggasthaus Ochsenalp (1936 m.ü.M). Dieser 15% steile Anstieg – vereinzelt sogar mit 20% Steigung – hatte es wirklich in sich. Dennoch schafften es die Supergirls Bettina und Uli, alles mit Muskelkraft hochzutreten. Die anderen Super Marias konnten sich dafür nett unterhalten und folgten – teilweise schiebend – etwas später. Leider ergatterten nur noch drei von uns die leckere Aprikosenwähe mit Blüten-Deko, aber niemand musste hungern

Nach mehreren Versuchen schaffte es sogar Butzi, ein Getränk zu bestellen. Seine Klagen prallten jedoch ab – für die Wirtin war alles logisch („wenn Mann mit lauter Frauen unterwegs ist“). Wieder auf den Bikes mündete das leichte Auf und Ab in eine rasante Abfahrt nach Langwies – und so schnell waren drei herrliche, sonnig-heiße Bike-Tage in Graubünden (ohne Blessuren und Defekte) vorbei.

Unsere Route:

10.07.Langwies – Strassberg – Durannapass – Klosters – Davos 1360 Höhenmeter – 35 km  
11.07.Davos – Zügenschlucht – Landwasserviadukt – Tiefencastel –  Alvaschein – Lenzerheide/Valbella
1050 Höhenmeter – 52 km
12.07.Valbella – Churwalden – Tschiertschen – Ochsenalp – Langwies
1290 Höhenmeter – 40 km

Ein ganz herzliches Dankeschön an Butzi für die Planung und Organisation – es ist anstrengend und kostet auch mal Nerven. Es war uns eine Ehre, hinter Dir herzuradeln!

Günter, Danke für das Fahren des Begleitfahrzeugs, den Gepäcktransport und insbesondere für Deine Zeit, die Du uns schenkst!

Agi: Danke für das zweite Transport-Fahrzeug

Alle, die dabei waren: Danke für das nette Miteinander, die gute Laune und die Freude am Biken und draußen sein – es war herrlich!

Bilder: Annette Haag und Gaby Becker

Autor: Annette Haag