MTB-Rundtour „Asiago“

27. Juni – 01. Juli 2026 auf der Hochebene der sieben Gemeinden „Sette Communi“ zwischen Trento und Monte Grappa

Tourplanung bzw. –leitung: Wolfgang Biller („Butzi“)

Für die diesjährige MTB-Alpentour hat sich unser erfahrener und belesener Guide Wolfgang eine Vier-Tage-Rundtour auf der sogenannten Hochebene von Asiago entwickelt, ausgearbeitet und die notwendigen Unterkünften organisiert und gebucht.

Die Hochebene der sieben Gemeinden liegt in den italienischen Voralpen an der Grenze zwischen Venetien und Trentino auf etwa 1.000 Metern Höhe, wobei dieser Begriff definitiv nicht zutrifft (topografisch ein wenig vergleichbar mit der „Seiser Alm“). Grüne Wiesen und Wälder zwischen 1.000 und 2.350 m charakterisieren die Hochebene. Das Hochplateau ist u. a. berühmt als bedeutendes Urlaubsgebiet zum Wandern, Radfahren und Skifahren. Dort war im 1. Weltkrieg ein heftig umkämpfter Schauplatz bzw. Kriegsfront zwischen Österreich/Ungarn und Italien. Im Gebirgskrieg vor 110 Jahren war es dort die Hölle auf Erden und heute der Himmel für Mountainbiker.

Wir starten am Samstag, 27.06.2026 gegen 04.30 Uhr mit dem Einsammeln der Teilnehmer mittels dem Bus des Alpenvereins. Da Gerd B. sich mit seinem Pickup als Selbstfahrer zur Verfügung stellte, konnte auf das Verladen der Räder auf einen Anhänger verzichtet werden und im Tourbus waren die Platz- und Luftverhältnisse dadurch auch etwas entspannter.

Die Fahrstrecke führte uns durch den Pfänder- und Arlbergtunnel, über den Reschenpass, das Vinschgau an der Etsch entlang bis zur Ausfahrt Trento zum Passo di Vezzena, zum Ziel unseres Startortes auf der Hochebene von Asiago, am Hotel Vezzena (Ankunft um 12.00 Uhr auf 1.417 müM).  

Jeder richtet sein MTB wieder fahrbereit her und nach einem Kaltgetränk, evtl. auch in Form eines kleinen Panasch, starten wir um 13.10 Uhr mit dem obligatorischen Technik-Check und Gruppenfoto durch Günter unseren Begleitbusfahrer in die erste Tagesetappe.

Als Tageshöhepunkt –nicht nur topographisch- besuchen wir die Reste der ehemaligen Festung „Forte di Cima Vezzena“ der als Beobachtungsposten im 1. Weltkrieg fungierte und als „Auge der Hochebene“ bezeichnet wurde. Der Posten Vezzena liegt auf 1.908 Meter Höhe auf dem Gipfel des Pizzor di Levico (auch Cima Vezzena genannt). Die Anlage erreichen wir über zahlreiche Serpentinen einer alten Militärstraße, welche im Sommer sehr stark von Touristen frequentiert ist. Wir trafen bergauf wie bergab lediglich Wanderer an, was sicherlich auch an der, vor allem für Biker, kräftezehrenden Beschaffenheit des z. T. auch recht steilen und mit groben Felsbrocken versehenen Schotterwegs zusammenhängen dürfte.

Als Belohnung gab es an der ehemaligen Gebirgsstellung eine beeindruckende Aussicht mit Rundumblick u. a. auf den Lago di Levico bzw. Lago di Caldonazzo. Direkt hinter dem Rücken des Bauwerks „Forte di Cima Vezzena“beginnt der 1.400 m tiefe Felsabbruch in das Valsugana. Vor der Abfahrt gab es zur Stärkung ausreichend Gelegenheit sich eine Vesper- oder Riegelpause aus dem Rucksack zu gönnen.

Gegen 16.15 Uhr gab es dann an unserer ersten Übernachtungsstation, dem Refugio Larici, auf 1.658 müM eine Runde Hacker Pschorr für alle. Nach dem Beziehen der Zimmer und duschen ließen wir uns das Drei-Gänge-Auswahlmenü schmecken. Die Berghütte war sehr gut besucht und der vom Wirt spendierte Vino Rosso und  Bianco haben wir gerne auf der schönen Terrasse genossen.

Strecke: 720 Hm – 21 km

Sonntag, 28. Juni 2026

Der zweite Tag begann beim Aufwachen, ganz idyllisch, mit Glockengeräuschen von den bereits gepflegt in der Morgensonne grasenden Kühen. Nach dem Frühstück gegen 08.00 Uhr erfolgte die Abfahrt um 09.20 Uhr mit dem Ziel: Rifugio Campomulo. Als Zwischenziel galt es den Monte Ortigara über anstrengende Anstiege und Abfahrten zu bezwingen, wobei es einige Höhenmeter gab, welche, allerdings nicht von allen, z. T. mühsam gelaufen wurden. Mit dem Erreichen des Monte Ortigara auf 2.106 müM hielten wir kurz an dem dortigen Kriegerdenkmal mit imposanter Messingglocke inne.

Nach kurzer Erholungspause bei wiederum imposantem Rundumblick auf die genannte Hochebene hielten wir Ausschau nach dem passenden d. h. möglichst fahrbaren Weg hinunter in Richtung Tagesziel.

Über die Erzherzog-Eugen-Straße bzw. die Kaiser-Karl-Straße begegneten wir einigen Zeitzeugnissen in Form von diversen Denkmälern. Im Verlauf der Route wurde das Fahren durch den verblockten Weg immer beschwerlicher, bis sogar bei allen die Schiebepassagen immer länger wurden. Bevor die Mehrheitsentscheidung zur Umkehr getroffen werden konnte wurde zur Freude aller ein „Überraschungs-Refugio“ entdeckt. Das Refugio Cecchin bot uns eine willkommene Pause mit Wasser und Rotwein (Selbsterzeugnis aus der Bügelflasche!) sowie Käse-Panini – und das noch auf Spendenbasis.

Dies war im wahrsten Sinne des Wortes auch für unseren Guide der Stimmungsretter nach den überwiegenden Schiebepassagen –bergab-! Ab dort ging es auf moderatem Terrain bzw. Wegen weiter bergab mit unregelmäßigen Gegenanstiegen was bei der herrschenden Hitze zu verstärktem Durst führte und gegen 15.30 Uhr das Rifugio Barricata gerade zur rechten Zeit auftauchte um dort den Flüssigkeitsbedarf im dortigen Schatten der Terrasse zu decken. Das Tagesziel, Rifugio Campomulo, auf 1.530 müM erreichten wir dann um 17.15 Uhr bei 35°! Nach dem guten Abendessen konnten wir den Tag auf der dortigen Terrasse bei angenehmen Temperaturen mit einem Glas Rotwein und einer Flasche Kräuterlikör, welcher von der spendablen Wirtin bei nettem Plausch kredenzt wurde, ausklingen lassen.

Strecke: 1.200 Hm – 41 km

Montag, 29. Juni 2026

Das Frühstück ab 09.00 Uhr fiel für unsere Verhältnisse –aber wohl typisch italienisch-  mit einem Kaffe bzw. Espresso dazu einem Croissant und etwas trockenen Kuchen sehr sparsam aus. Zum Glück haben wir der Wirtin, auf deren Nachfrage, beim Kräuterlikör am Vorabend noch mitgegeben, dass wir auch gerne Müsli essen, was sie prompt in die Tat umgesetzt und uns eine Müsli-Packung auf den Tisch gestellt hat. Dieses konnten wir in den ebenfalls extra für uns besorgten, etwas exotisch anmutenden Fruchtjoghurts einweichen (soweit dies eben möglich war). Aber insgesamt war es eine witzige und herzliche Begegnung.

Nach dem Start gegen 10.00 Uhr bei herrlichem Sonnenschein erwarteten uns sehr schöne Streckenabschnitte durch verschiedene Waldgebiete mit meist maßvollen Anstiegen und Abfahrten zunächst nach Galio und anschließend durch das Val di Nos nach Asiago. Wir fuhren auf beschaulichen Radwegen u. a. auf Teilen der ehemaligen Eisenbahnstrecke und im Zuge dessen auch durch den historischen, in den Fels gegrabenen  Eisenbahntunnel Tresché Conca, welcher auf 186 m Länge nicht nur beleuchtet war, sondern für kurze Zeit eine angenehme Abkühlung brachte (dort war es gefühlt mindestens 20 ° kühler als draußen). Nach Ankunft in Asiago fuhren wir die als erstes ins Auge stechende Sehenswürdigkeit, das Sacrario Militare, an,  in dem u. a. die sterblichen Überreste von über 55.000 italienischen und österreichisch-ungarischen Soldaten aufbewahrt werden, die während des Krieges auf dem Plateau gefallen sind.

Dieses monumentale beeindruckende Militär-Denkmal zu Ehren der Alpini Soldaten liegt erhaben auf einer Anhöhe, dem Leiten-Hügel am Rande von Asiago und bietet eine atemberaubende Aussicht auf das Alpiano Gebiet. Leider blieb uns ein Besuch dieser Stätte verwehrt – es hatte geschlossen. Dafür waren wir kurz darauf im Zentrum von Asiago erfolgreich mit dem Besuch einer Bäckerei welche auch belegte Panini mit herzhaftem Käse und Wurst nach freiem Gusto zu bieten hatte. Mit dieser Vespermahlzeit konnte jeder die für den weiteren Tagesverlauf notwendigen Kalorien zu sich nehmen und genießen. Gleichzeitig wurde auf einer parkähnlichen Verkehrsinsel die Gelegenheit genutzt die eine oder andere technische Herausforderung  am MTB zu korrigieren. Bei einer kurzen Stippvisite durch die kleine aber sehenswerte Altstadt von Asiago trafen wir unseren Tourbusfahrer Günter und nutzten die Gelegenheit um auf dem schönsten Platz noch einen Espresso/Kaffee oder eine Cola zu trinken und das dortige Treiben  beobachten.

Die weitere Strecke verlief dann  durch beschauliche Waldstücke und führte uns an einem britischen Soldatenfriedhof vorbei, welcher  durch seine außerordentlich akurate und gepflegte Anordnung der zahlreichen Grabsteine von gefallenen Soldaten des ersten Weltkrieges, die dort ihre letzte Ruhestätte fanden, beeindruckte, was angesichts der kurzen Lebensdauer der Gefallenen doch etwas Beklemmung bei manchem hervorrief. Ab ca. 12.30 Uhr waren wir dann an dem Punkt angelangt, ab dem es nur noch bergauf ging – und zwar der Aufstieg zum Monte Cengio auf 1.354 müM welchen es über eine Asphaltstraße bei sengender Mittagshitze auf ca. 900 Höhenmeter am Stück zu überwinden galt. Nach einer kleinen Zwischenpause des Aufstiegs erreichten wir zum Glück gegen 14.00 Uhr das Rifugio Al Granatiere in unmittelbarer Gipfelnähe um die Kohlehydratspeicher wieder aufzufüllen, damit wir danach wieder gestärkt das Tageshighlight am bzw. im Monte Cengio befahren konnten.

Hierbei fuhren wir durch in den Berg geschlagene Tunnels auf historischen Pfaden mit grenzenlosem Panorama bzw. über alpine Singletrails. Es waren atemberaubende Momente als wir unmittelbar an der Abbruchkante entlang fuhren. Anschließend ging es wieder bergab bis zu unserem Zielort, das Hotel Stella Alpina.  Vom dortigen Personal wurden wir herzlich empfangen und zu unserem Kaltgetränk auf der Terrasse mit italienischen Schmankerl in Form von Antipasti angenehm überrascht.

Strecke: 1006 Hm – 45 km

Dienstag, 30. Juni 2026

Start in den Tag ab 08.00 Uhr mit einem guten üppigen Frühstückmit Rührei für alle, diverse Kuchen und Apfelstrudel. Die letzte Tagesetappe startete um 09.20 Uhr zunächst wenig überraschend, im Wechsel tendenziell bergauf und bergab bis es dann wieder einige Höhenmeter zu bewältigen gab bis wir gegen 12.30 Uhr zu unserer Mittagsjause im Rifugio Campo Longo auf 1.551 müM einkehren durften. Dort konnte der ein oder andere sein Funktionsunterhemd nach dem auswringen wieder in der Sonne trocknen lassen und währenddessen die dortige Paste-Kulinarik bei Radler und Frizzante genießen.

 Das letzte Teilstück führte uns dann wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour, das Hotel Vezzena. Auf dieser Wegstrecke konnten wir zum Abschluss noch schöne Single-Trails durch einen märchenhaften Hochwald mit herausfordernden Wurzeln und interessanten/schnellen Abschnitten erleben. Für Gerd („Stromer“) war eine knifflige Stelle so interessant, dass er seine Verweildauer ungeplant verlängert hat, indem er an einer kurzen steilen Stelle sich nach vorne über den Lenker auf den weichen Waldboden verabschiedet hat. Aufgrund der hervorragenden Abroll-Falltechnik konnte er in Bruchteilen einer Sekunde wieder stehen und die Fahrt unbehelligt fortsetzen – fast keiner hat es bemerkt, wenn nur nicht die Grasflecken gepaart mit Waldboden nicht gewesen wären, dann hätte es wohl keine spitze Erkundigung nach dem Befinden gegeben. Zu guter Letzt konnten wir doch nicht ohne einen Panne in Form eines Kettenrisses auskommen. Dieser war aber mit vereinten Kräften in kurzer Zeit behoben und so erreichten wir das Hotel Vezzana bei brütender Hitze gegen 15.15 Uhr und waren froh mit ein oder zwei echten Tour-Abschlusskaltgetränken im Schatten der Hotelterrasse auf eine überaus gelungene MTB-Tour miteinander anzustoßen.   

Strecke: 1.004 Hm – 38 km

Zum Abschluss der Tour ließen wir nach dem Abendessen bei Vollmond, Bier, Vino Rosso und Bianco auf der Terrasse des Hotels den Tag und die Tour gemütlich ausklingen.

Abschluss-Fazit:

Es wurde wieder einmal  A L L E S   von unserem sehr geschätzten DAV-MTB-Guide Wolfgang („Butzi“). in bester Manier hervorragend „auskundschaftet“, organisiert und kompetent umgesetzt.

Ein einfaches aber intensives und herzliches  D A N K E  an unseren Butzi für diese, auch für ihn auf, zum größten Teil, unbekannten Strecken, gelungene Tour auf der Hochebene von Asiago.   

Der Dank geht auch an Günter, unserer treuen Seele als Fahrer des Begleitfahrzeuges („stets zuverlässig am neuen Übernachtungsort“), und hier ganz besonderen Dank noch für den tollen Gepäckservice zur jeweiligen Unterkunft. Dies wurde von keinem Biker erwartet – aber sehr gerne angenommen.

Herzliche Grüße von:

David, Dieter, Gerhard B., Gerd G., Hubert, Rainer, Siegfried, Thomas und Wolfgang

Gesamtbilanz der Tour „Altopiano dei Sette Communi“: 3.930 Höhenmeter bei 145 km Strecke

Tourbericht: Hubert Wagner