Bestes Spätsommerwetter ist vorhergesagt, acht BergwanderInnen und ich machen sich auf den weiten Weg, schon 5:30 Uhr ist Abfahrt nach Hinterstein im Allgäu. Kurz vor 8 Uhr ist der Parkplatz „Auf der Höhe“ schon recht voll, Glück gehabt. Wir steigen einen kleinen Pfad durch den Bergwald hinauf zur Unteren Elpenalpe, werden dort von einer vielköpfigen Jungvieherde empfangen.
Die Sonne wärmt herrlich. Von oben sehen wir eine Herde: Gemsen, Ziegen oder gar Rotwild? Mit vier Ferngläsern rätseln wir und einigen uns auf Rotwild. Nach etwa 1000 abwechslungsreichen Höhenmetern erreichen wir unseren ersten Gipfel, den Breitenberg mit 1893m. Wir machen eine ausgiebige Pause, zweites Frühstück oder Mittagessen? Genießen die Weitsicht nach West, Nord und Ost.
Der Gratweg, auch als Hohe Gäng bezeichnet bis zum Gemsbollenkopf, auch Heubatkopf genannt verlangt Trittsicherheit und sichere Gehtechnik. Oft seilversichert an den luftigen Stellen und mit Hilfe einer Leiter meistern alle den anspruchsvollen Weg. Manche sagen „schwerer darfs nicht werden“, andere meinen „sieben Stunden möchte ich das nicht machen, aber so kurz macht es Spaß“. Auf 2008m genießen wir die Sicht zu den beiden Daumen, zum Hindelanger Klettersteig und dem von hier unspektakulär aussehenden Nebelhorn.
Unser Gratweg führt uns weiter zur Rotspitze, unser höchstes Ziel für heute. Karin erspäht über uns einen Adler, der uns ausgiebig beäugt. Wir haben Zugspitzsicht! Sie wirkt ziemlich nah. Wir futtern die Brotzeitboxen leer, Karins selbstgebackene Cantuccini machen die Runde – oder besser die Runden? Die sehr gute Fernsicht macht bei einigen Lust auf mehr, interessante Ziele für zukünftige Bergtage.

Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören, unser Abstieg beginnt. Das Ziel heisst: Burger Gaisspitze, Eckwiese oder Rauhhorn … . Steil und ab und zu noch etwas ausgesetzt wandern wir den Nordgrat hinab in den Kessel zwischen Breitenberg und Rotspitze, weiter ins Retterschwanger Tal. Die Hirschbrunft ist im Gange, von weit unten aus dem Retterschwanger Tal hören wir sie rufen. An der türkisfarbene Ostrach entlang direkt zum „Grünen Hut“. 17:30 Uhr kommen wir angenehm ermattet, erfüllt von Sonne und Weitsicht an. Wir können sogar draußen sitzen! Wir genießen die nicht alltägliche Küche, die rundum als sehr lecker empfunden wird. So sind wir für die lange Rückfahrt gewappnet.
Mit dabei waren Nina, Andreas, Monika, Karin B., Karin F., Wilma, Gudrun und Aurélie. Schön, dass Ihr dabei wart!
Statistik: K3/T3/16km/1350hm/7,5h Gehzeit
Autorin: A. Lux
