Was lässt das Herz eines MTB-lers höher schlagen? Klar: tolle Trails, herrliche Natur und Ausblicke, angemessene (ausreichend) Höhenmeter und entsprechende Chancen für lange Abfahrten usw. Das konnten wir am Wochenende 8. – 10. Mai mit den von Ebi Götz ausgearbeiteten Touren -und das noch bei idealem Wetter mit passenden Temperaturen-erfahren. Doch der Reihe nach.

Mit Ebi waren Thomas, Udo, Rainer, Holger, Klaus, Wolfgang (Butzi) sowie der Schreiber dieses Berichts unterwegs. Ziel war der südliche Schwarzwald um Hinterzarten, Breitnau, Höllental, dem Feldberggebiet. Unsere Unterkunft war das auf 1060müNN liegende Naturfreundehaus „Fahrenberg“ in Breitnau. Damit wir möglichst am Freitag eine Einstiegstour machen können, sind wir mit dem DAV-Bus sowie einem PKW um 16 Uhr gestartet. Doch bei Gutmadingen war die B 31 unfallbedingt gesperrt. Zunächst das Warten im Stau, dann die Umleitung hat den Zeitplan verändert; doch vor Ort konnten wir nach Zimmerbezug wenigstens einen kleinen Rundgang machen und so die nähere Umgebung sowie die ersten herrlichen Blicke über die Schwarzwaldhöhen genießen. Das Naturfreundehaus liegt auf der „Roßbergschanze“, einem Teil der sog. „Schwarzwaldlinien“, einer Verteidigungsanlage, die auch als Schwarzwaldwall oder Barockschanze benannt wird und im 17. Jahrhundert errichtet wurde. Es sind natürliche Gegebenheiten aus Schanzen und Wällen, die seinerzeit mit Befestigungsanlagen ausgestattet wurden und der Verteidigung von der Region Hochrhein im Süden bis nach Heidelberg im Norden dienten. (Information aus ausliegender Broschüre). Nach unserer kleinen Abendrunde wurden wir vom köstlichen Abendessen, wo wir sogar aus 3 Menüs wählen konnten, kulinarisch verwöhnt.

Bevor wir den ersten wie auch den weiteren Abend in der gemütlichen „Roßbergstube“ ausklingen ließen, informierte uns Ebi mit einer Beamer Präsentation über die geplante Tour des morgigen Tages. Als verlässlicher Guide war er beide Touren vorgefahren (Dank auch an Holger und Klaus, die ihn dabei begleitet haben); so konnte er sehr detailliert auf die Strecken vorab eingehen, auf „konzentriertes Fahren“ hinweisen, da es teilweise auf schmalen Pfaden, im engen Baumbestand oder über Fels/Schotter ging; auch Infos und Details zu Trails, Anstiegen, Besonderheiten zur Landschaft usw. . Hörte sich gut an… und so kam schon Vorfreude auf.

Morgens starteten wir jeweils mit einem vielseitigen leckeren Frühstück. Es fehlte an nichts und verdiente 4 Sterne Anerkennung. Vor dem Start dann ein obligatorischer technischer Check der Bikes sowie etwas Aufwärmtraining. Am Samstag gesellte sich noch Bettina dazu, was die Männerrunde freute. Bei angenehmer, frischer Temperatur und Sonnenschein gings auf ca. 1100 m los, zunächst über Feld- und Wiesenwege etwa 100 hm abwärts nach Hinterzarten und dort südlich Richtung Feldberg. Diesen sahen wir von den Höhen im Laufe der beiden Tage regelmäßig, der noch mit Schneeresten bedeckt war.

Eindrucksvoll war auch unterwegs der Blick ins Höllental von oben; Ebi ist es gelungen, die Strecke so zu wählen, dass wir kaum auf Straßen unterwegs waren; deshalb sind wir wenigen anderen MTB-ern begegnet, allenfalls den ein oder anderen Wanderern, die uns freundlich gesonnen waren. Ein gegenseitiges Rücksichtnehmen zahlt sich aus.

Wir sind bis zu dem in der Region Feldberg liegenden, in Eiszeit entstanden Feldsee (ca. 1100 müNN.) gekommen, diesen entlang steiler Felswänden umrundet und dort zur willkommenen Einkehr um die Mittagszeit im rustikalen, gemütlichen Ausflugslokal gelangt.

Zurück zum Naturfreundehaus gings wieder durch typ. Schwarzwaldverhältnisse, weite Wiesenflächen oder kräftige Wälder, vorbei an gepflegten Hofstellen und Weilern. Dann folgte bei 2 Bikes technischer Einsatz: bei Butzi war der Druck an den Bremsen aufzubauen und bei Günther hatte das Zugseil an der Sattelstütze gelitten. Für unsere technisch versierten Biker kein Problem. Während die Einen Technikeinsatz hatten, bot Ebi auf dem angrenzenden Rasenpatz Entspannungsgymnastik an, was der Muskulatur nach 48 km Strecke und 1200 hm gut tat. Und ebenso angenehm waren die wohltuende Dusche in neu hergerichteten Sanitäranlagen, das feine Abendessen und dann der gesellige Ausklang in der Gaststube, wo über Gott und die Welt, die Erlebnisse zurückliegender oder anstehender Touren oder Urlaubszeiten usw. geplaudert und gelacht werden konnte.

Am Sonntag stand der 2. Tourentag an; am Vortag waren wir eher südlich von Breitnau unterwegs, nun stand eher nördliche Strecke mit St. Märgen, Blick auf Schauinsland und Richtung Freiburg an. Nach wieder feinem Frühstücksbuffet, Packen und Räumen der Zimmer, Technikcheck und Gymnastik gings los. Ebi hat wieder die Strecke abseits der üblichen, bekannten Linien gelegt, sodass wir allenfalls auf paar Wanderer gestoßen sind, die uns anerkennend für unser Fahren auf solchen, schon zu Fuß anspruchsvollen Pfaden, und wir mit Bikes, freundlich begegnet sind. Besonderes Kennzeichen der Sonntagstour war die lange, technisch spannende Trailabfahrt im Naturpark Südschwarzwald von der Schwarzwaldhöhe hinab nach Buchenbach (420 m ü. NN), unserem tiefsten Punkt der Tour. Dort verweilten wir zur Mittagspause in der Dorfmitte im Gasthof „Adler“ unter großen Bäumen im Biergarten Zurück sind wir dann über teils kräftige und überwiegend leicht ansteigende, aber lange Wege durch Wald und Flur hinauf auf 1100 m ü. NN gefahren und haben am Naturfreundehaus die Tour bei Kaffee, Säften oder Bierchen + feinem Kuchen auf der Terrasse abgeschlossen. 38 km Strecke und 1100 hm lagen hinter uns.

Zwei herrliche Biketouren lagen hinter uns. Dank gilt es Ebi zu sagen, der alles hervorragend organisiert und uns geführt hat; auch ein dickes Kompliment an den Pächter und Koch des Naturfreundehauses sowie an unser tolles Team für das unkomplizierte und freudige Miteinander.
Für die Gruppe der begeisterte Teilnehmer
Günther Former
Bilder von Ebi und Günther
