Zwischen Sonne und Regenschauern am 18.7.26

Schafleger Foto E. Klose

Trotz einer nicht ganz idealen Wettervorhersage mit angekündigtem Regen am Nachmittag starteten wir um 7:00 Uhr in Überlingen. Zu fünft – vier Teilnehmende und ich als Tourenleiterin – machten wir uns auf den Weg Richtung Glarus.

An der Talstation der Äugstenbahn in Ennenda erwartete uns zunächst ein eher düsterer Morgen mit dunklen Wolken. Kaum saßen wir in der Seilbahn, die direkt losfuhr, begann es sogar zu regnen. Zum Glück handelte es sich nur um einen kurzen Schauer, sodass wir unsere Tour wie geplant in Richtung Gufelstock starten konnten.

Gleich zu Beginn gab es eine kleine Anekdote: Ich musste noch einmal ein Stück zurückgehen, weil ich mein Brot auf einem Stein abgelegt und dort vergessen hatte. Glücklicherweise lag es noch genau dort, wo ich es zurückgelassen hatte.

Während des Aufstiegs wechselten sich Wolken und sonnige Abschnitte immer wieder ab. Am Kamm angekommen wurde der Himmel erneut dunkel und der Regen setzte ein. Schnell wurden die Regensachen angezogen. Zum Glück entdeckten wir einen Unterstand, in dem bereits drei andere Wandernde Schutz gesucht hatten. Dort warteten wir etwa 15 Minuten, bis der Schauer vorüber war.

Abwarten Foto E. Klose

Anschließend zeigte sich die Sonne wieder und wir konnten die Wanderung bis kurz vor den Pass unterhalb des Gufelstocks bei herrlichen Ausblicken genießen. Bis zum Gipfel fehlten nur noch etwa 15 Minuten, als uns erneut ein kräftiger Regenguss überraschte. Ich machte mich sofort auf die Suche nach einem Unterstand, fand jedoch lediglich einen kleinen Felsvorsprung, unter dem wir Schutz fanden. Ziemlich durchnässt beschlossen wir, nach dem Regen trotzdem noch die letzten Meter zum Gipfel aufzusteigen – auch, um uns wieder etwas aufzuwärmen. Oben angekommen wurden wir mit einer schönen Aussicht belohnt und konnten in der inzwischen wieder scheinenden Sonne langsam trocknen. Aufgrund des sehr unbeständigen Wetters entschieden wir uns jedoch gegen die ursprünglich geplante Gratüberschreitung über Höch, Cli Höch und Heustock und traten stattdessen den Rückweg an.

Wasserwanderung Foto E. Klose

Beim Abstieg zeigte sich das Wetter von seiner freundlichen Seite: Die Sonne kam heraus, es wurde angenehm warm und wir konnten die Berglandschaft in vollen Zügen genießen. Ein besonderes Highlight waren mehrere Murmeltiere mit ihren niedlichen Jungtieren, die wir beobachten konnten. Sehr süß waren die Kleinen, die auf den Felsen und zwischen Farnen herumliefen.

Marion, Christoph, Ela, Wilma und Ulrike

Spontan beschlossen wir außerdem noch den Schafleger zu besteigen, der nur über eine schmale, unmarkierte Pfadspur erreichbar ist. Auch dieser Abstecher gelang allen problemlos. Für eine gemütliche Vesperpause reichte das Wetter allerdings erneut nicht aus, denn schon bald zogen wieder dunkle Wolken auf.

Beim weiteren Abstieg setzte schließlich erneut Regen ein. Zweimal war in der Ferne sogar Donner zu hören. Glücklicherweise befanden wir uns bereits in der Nähe der Bergstation der Seilbahn. Dort wartete ein weiterer Wanderer, und der Mitarbeiter der Bahn erkannte, dass genügend Personen für eine Fahrt zusammengekommen waren. So brachte er uns freundlicherweise außerhalb der regulären Fahrzeiten ins Tal.

Insgesamt waren wir 7 Stunden und 25 Minuten unterwegs. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag äußerst abwechslungsreich und stellte uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Dennoch wurden wir zwischendurch mit herrlichen Ausblicken auf Tödi, Vrenelisgärtli und viele weitere Gipfel belohnt.

Besonders gefreut hat mich, dass alle Teilnehmenden trotz Regen, Nässe und wechselhaften Bedingungen stets motiviert geblieben sind, mit Freude gewandert sind und die beeindruckende Natur genießen konnten. Beim nächsten Mal klappt es hoffentlich auch mit stabilem Wetter – und dann vielleicht mit der kompletten Gratüberschreitung.

Ela Klose